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Dülmen kann mehr

Der private Ministerpräsident

Ehepaar Rüttgers in Dülmen / Foto: cdu-nrw

Freitagabend 1930 Uhr vor dem St. Barbara Haus. Hoher Besuch aus Düsseldorf war angekündigt. Der Ministerpräsident höchst selbst sollte kommen und zwar in Begleitung seiner Frau. Die Wahlkampstrategen aus Düsseldorf hatten sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Die eingeladenen Gäste sollten einen den Ministerpräsident von seiner privaten Seiten kennenlernen. Wann steht er auf? Was ist seine Lieblingsspeise? Wie steht es um die Erziehung der Kinder? Wer hat die „Hosen“ an in der Familie Rüttgers.

Jenseits vom politischen Alltag, vom Macher und Manager sollte eine andere Facette von Jürgen Rüttgers offenbart werden. Die Gäste sollten in dieser Hinsicht nicht enttäuscht werden. Der Ministerpräsident kam gut gelaunt mit seiner Frau aufs Podium.

Der große Saal im St. Barbara Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Atmosphäre ausgelassen fröhlich. Wann ist der Dülmener oder die Dülmenerin dem Ministerpräsidenten schon so nahe. Auch der Autor dieser Zeilen wollte die private Seite von Jürgen Rüttgers kennenlernen. Wer er nur geahnt hätte…, doch dazu gleich mehr.

Der Raum war für eine Talkrunde dekoriert, kleine Bühne, Stehtisch, Lampe und ein passender Hintergrund (imitierte Mauerwand), die Wärme und Behaglichkeit, man könnte sagen, eine Wohnzimmeratmosphäre, ausstrahlte. Es war angerichtet für einen netten Abend.

Einigen Besuchern mochte der für Dülmen große Medienauflauf irritieren, es war eben die ersten von mehr als zehn Veranstaltungen dieser Art in NRW. Wen wundert es da. Eine sympatische Moderatorin, die sofort versuchte Frau Rüttgers ins Gespräch einzubinden. Dass sie sich um die Kinder kümmerte und ihrem Mann den Rücken freihält, konnten sich die meisten denken. Doch sollte man Frau Rüttgers deshalb nicht unterschätzen. Sie weiß, was sie will. Man bekam den Eindruck: Draußen ist er der Chef, drinnen Sie. Man mag dieser Rollenaufteilung anders bewerten. Das Ehepaar Rüttgers kann damit sicher gut leben.

Die ersten dreißig Minuten standen voll und ganz im Zeichen von Kinder und Küche. Dann plötzlich das Unerwartete: Der Tisch wackelt, ein Glas kippt um, ein Ruf, die Moderation ist zusammengebrochen. Am schnellsten reagierte der Ministerpräsident: „Ist ein Arzt anwesend“? Blitzschnell war dieser auf dem Podium und kümmerte sich um die Moderation. Die Verantwortlichen der CDU hatten nun ein Problem: Wie sollte es weitergehen? Jörg Grabenschroer und Jürgen Holtkamp übernahmen spontan die Moderation.

Doch wie macht man eine Moderation ohne Vorbereitung, also aus dem Stehgreif. Da ist es von Vorteil, wenn zwei Moderatoren auf der Bühne stehen, während der eine die Anmoderation mit der Frage stellt, hat der andere Zeit, die vorhandenen Fragen zu sortieren bzw. eigene vorzubereiten. Und genauso wurde es gemacht. Von Vorteil war außerdem, dass das Publikum Fragen auf vorbereitete Karten schreiben konnte, die thematisch zugeordnet wurden.

Das Ehepaar hat diese neue Moderationsform mit Bravour geleistet. Wurde denn auch über Politik gesprochen? Was will die CDU tun, um die Staatsschulen zu senken? Wie sollen die Arbeitsplätze in NRW gerettet werden. Alles dringende und wichtige Fragen. Einige davon haben wir gestellt. Bezeichnend war, dass im Anschluss sich einige mehr über den privaten Jürgen Rüttgers gewünscht, während andere viel mehr über die politische Seite erfahren hätten.

Hier habe ich mal wieder erfahren, wie es einem Moderator häufig ergeht: Es gelingt nur sehr selten die verschiedenen Bedürfnisse zu erfüllen. Aber es hat riesig Spaß gemacht. Denn wann bekommt man schon die Gelegenheit, eine Moderation mit dem Ministerpräsidenten zu führen.

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Autor: holtkamp

Ich publiziere gerne und wohne seit 1999 in Dülmen (NRW). Außerdem fahre ich sehr gerne Rennrad und engagiere mich ehrenamtlich.

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