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Dülmen kann mehr

11. November 2019
von Juergen Holtkamp
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Ein Feuerwerk der Ideen für die Innenstadt

Gut besucht war die Alte Sparkasse in Dülmen. Die CDU Dülmen hatte zu einem Bürgergespräch zur Innenstadt eingeladen. Wie soll Dülmen im Jahr 2030 aussehen? Was müssen wir heute tun, damit wir auch 2030 in Dülmen einkaufen können? Bekanntlich müssen wir heute den Grundstein für spätere Erfolge legen.

Insofern sollten wir uns alle freuen, wenn die politischen Parteien in Dülmen sich hier und heute mit den Zukunftsfragen auseinandersetzen. Wünschenswert wäre, wenn sie dabei nicht im eigenen Saft schmoren, sondern sich Expertise holen, Bürgerinnen und Bürger aus Dülmen beteiligen ebenso wie die Unternehmen. Bei der Entwicklung der Innenstadt ist es klug, die Einzelhändler, die es in Dülmen ja noch gibt, mit einzubinden. Das hat die CDU getan. Ob die Einladenden im Vorfeld ahnten, welches Feuerwerk Bernd Homann entfachen würde, kann durchaus bezweifelt werden.

Seine Thesen waren ehrlich, authentisch und für manche sicher unbequem. Wenn er sagt „60 Jahre Konsum in der Innenstadt ist vorbei“, dann klingt das zunächst hart. Oder „Konsum findet auf dem Sofa statt“ und „Bedarf wird im Online-Handel abgedeckt“. Auf den ersten Blick klingt es so, als wenn die Innenstadt in Dülmen keine Zukunft mehr hätte. Doch dann würde man Bernd Homann missverstehen. Er verbreitete keinen Pessimismus. Klar die Lage ist nich einfach und doch gibt es viele engagierte Einzelhändler und jede Menge kreativer Geschäftsmodelle.

Eine vielfältige Gastronomie von gut bürgerlich bis zur Systemgastronomie, es gibt Handwerk und Manufaktur, wie bitter süß und viele andere. Dülmen hat eine vielfältige Kulturlandschaft, ob Dülmener Sommer oder den Dülmner Kulturkalender und vieles mehr. In der Innenstadt gibt es viele Dienstleister, Schuster, Schlüsseldienst, Versicherungen, Ärzten, Bildungsanbiete und nicht zuletzt das Intergenerative Zentrum. So schlecht wie manche die Innenstadt darstellen, ist diese nicht.

Und wie geht es nun weiter? Was können wir tun bzw. entwickeln?

Coworking Ansätze gibt es schon heute in Dülmen (z.B. Lüdinghauserstr. 29). Firmen, Agenturen, Startups teilen sich Räume, eine spannende Idee!

Das Modell des Teilens (Sharing) setzt sich immer mehr durch, warum nicht die Innenstadt dazu nutzen und sehr verwegen „300 Hochbeete wie in Berlin Wedding einrichten?

Wenn es immer weniger Einzelhändler in der Innenstadt in Dülmen perspektiv gibt, dann sollte das Kleingewerbe bevorzugt werden. Beispiele könnten sein, Schuster-Appartement, Porzellan-Haus, Bäcker-Ecke, Kürschner-Quartier und nicht zuletzt die freien Flächen als Wohnraum nutzen!

Doch es ging noch weiter. Bernd Homanns Vorschlag: Die Fläche von Schuh-Eck Reinermann bis Marktplatz kaufen und diesen Raum neu nutzen im Sinne einer neuen Altstadt mit einem Garten, der Begegnung möglich macht, durch Spielgeräte für Kinder und Sportfelder sowie Sitzmöglichkeiten. Teile dieses Raumes überdachen, um eine ganzjährige Nutzung zu ermöglichen.

Überhaupt: „Grundsolide reicht nicht, wir brauchen einen neuen Marktplatz“ so Bernd Homann.

Seine Forderungen war deutlich:

  • Gründung eines Zukunftsteams mit Entscheidungsspielraum (jedes Treffen eine Entscheidung)
  • Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft + Bestimmung Geschäftsführung
  • Konzept für Förderungen erarbeiten
  • Gründung einer Genossenschaft/Sharing-Modelle z.B. Hochbeete
  • Kauf von Immobilien in der Innenstadt
  • Erste Objekte mit Co Working Konzepten ausstatten
  • Einfach anfangen

Der Abend war innovativ und hatte auch etwas revolutionäres. Die Botschaft war deutlich, weniger reden und mehr (geplant) machen. Das kann uns in Dülmen nur guttun und niemand kann behaupten, die Dülmener Kauflandschaft sei träge und / oder würde sich gegen Veränderungen sperren.

Was wir brauchen sind Strukturen, die Veränderungen möglich machen, die Projektinitiativen unterstützen. Wir benötigen mehr Mut zum experimentieren, auch wenn wir im Vorfeld keine Machbarkeitsstudie über zwei Jahre erhoben haben. Womit wir bei der inneren Haltung wären, die Unsicherheit aushalten und Veränderungen zu lassen, die wir dann nicht mehr steuern können. Danke an Bernd Homann!

18. Mai 2019
von Juergen Holtkamp
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IGZ heißt jetzt einsA – leider kein Aprilscherz!

Um es gleich vorweg zu sagen, ich habe mich weder an der Namensgebung für das Intergenerative Zentrum in Dülmen im Vorfeld beteiligt, noch bin ich in einer Agentur beschäftigt, die Namensgebungsprozesse entwickelt.

Gleichwohl habe ich beruflich viele Jahre mit Markenkommunikation und Corporate Design Prozessen auseinandergesetzt.

Eines habe ich dabei gelernt. Die Entwicklung eines Markennamens eines öffentlichen Gebäudes ist ein anspruchsvoller Prozess und bedarf der Berücksichtigung vieler verschiedener Faktoren. Man kann es sich – wie in diesem Fall – einfach machen und in den öffentlichen Raum werfen: Wir bauen ein Gebäude mitten in Dülmen für x Millionen (so ganz rückt niemand mit den genauen Zahlen heraus), es soll ein intergeneratives Zentrum sein, ein Haus für alle Generationen und so fragen wir die Dülmener, wie das Haus nun heißen soll: Das Ergebnis sind dann über 100 Einsendungen mit allerhand persönlicher Namensgebungen. Am Ende hat der „Lenkungsbeirat“ entschieden: sechs Stimmen für einsA und fünf Stimmen für MIA.

Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht, denn demokratisch war dieser Prozess überhaupt nicht, weil eine kleine Gruppe entschieden hat, der Lenkungsbeirat.

  • Was qualifiziert diesen Beirat einen Namen festzulegen?
  • Welche objektiven Kriterien gibt es für die Namensgebung?
  • Welches Marketing- und Kommunikationskonzept liegt der Namensgebung eigentlich zu Grunde?
  • Warum ist einsA besser als MIA?

Hier wurde Augenwischerei betrieben: Da haben viele Dülmener viel Engagement aufgebracht und dann kommt so was heraus. Oder habe ich da etwas missverstanden? Vielleicht ist die Schreibweise falsch und es heißt eigentlich 1a und das ist dasnn Hausnummer des IGZ gemeint?

Wer laufend von Transparenz spricht und ein Haus für alle will, der sollte sich auch dementsprechend verhalten. Immerhin gibt es viele Anleitungen, wie solche Prozesse gesteuert werden. Einen solchen habe ich auch vor Jahren beschrieben.

9. April 2019
von Juergen Holtkamp
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Europa in Dülmen

Der Verband feiert dieses Jahr sein 100-Jähriges Bestehen. Rund 40 Teilnehmer aus den drei Gruppen in Dülmen wollten hören, was der Europapolitiker Pieper zu Europa zu sagen hatte.

Der Europawahlkampf geht in den Endspurt. In einer Woche wird ein neues Europaparlament gewählt. Zu diesem Anlass haben die drei Dülmener Gruppen des katholischen Verbandes ND-Christsein-Heute den Europapolitiker Dr. Pieper nach Dülmen in das Pfarrheim Heilig Kreuz eingeladen.

Und das sei vorweggenommen. Pieper wurde mit durchaus heiklen Fragen konfrontiert. Wie mit dem Populismus umgehen? Was tun gegen den erstarkten Nationalismus? Was müssen wir gegen den Klimawandel tun? Warum wird Europa von vielen schlecht geredet? Wie lässt sich das Verhältnis zu Russland beschreiben?
Wie für einen erfahrenen Politiprofi zu erwarten, wusste er auf alle Fragen eine Antwort, ob diese aber immer im Sinne der Zuhörer war, das war es sicher nicht.

Pieper erzählte, dass er über seinen persönlichen Glauben Anfang der 1990er Jahre in die Politik gekommen und mittlerweile fast fünfzehn Jahre im Parlament sei. Er selber bedauert, dass es zu wenig Quereinsteiger in der Politik gibt.
Warum viele eher schlecht über Europa reden, liegt einerseits an den großen Wahlkreisen und der Einstellung vieler Medien, Europa für alles, was nicht gut läuft, verantwortlich zu machen.
Die Finanzkrise hätte Deutchschland, so Pieper viel härter getroffen, hätten wir nicht den Euro. Auch für viele Unternehmen im Münsterland sei der Euro ein Segen und kurbele die Wirtschaft an.

Auf die Frage, wie es kommen konnte, dass Großbritannien aus der EU austritt, antwortet Pieper, dass der britische Boulevard kontinuierlich gegen Europa argumentiert. Wenn dann -wie in Deutschland auch zu beobachten- mehrheitlich Ältere als Jüngere zur Wahl gehen, führt dies zu solchen Entwicklungen. Bereits jetzt spürt Großbritannien die großen Nachteile und auch die Jugend merkt, was es bedeutet, wenn ein EU-Programm wie Erasmus nun so nicht mehr in Großbritannien umgesetzt werden kann.

Zur Flüchtlingskrise sagt Pieper, dass der „Webfehler Dublin sei“ und das das nun geändert wird. Durchaus selbstkritisch mahnte er an, dass die EU die Flüchtlingskrise unterschätzte. Als vorbildlich schätzt Pieter das Verhalten der Türkei nach der Flüchtlingskrise ein, die das Geld der EU in Schule und Integration einsetzt. Nur 10 Prozent der EU-Gelder erhält die türkische Verwaltung. Pieper selbst hat sich ein Bild von der Lage vor Ort gemacht.

Der Nationalismus sei ein zumenhmendes Problem. Angst haben viele Menschenin Euroa, auch for der zunehmenden Globalisierung, die sie nicht verstehen und so suchen nicht wenig Halt in nationalen Parolen. Piepers Sorge ist, dass die nationalen Populisten auf bis zu 35 Prozent der Stimmen im Europaparlament kommen könnten. Damit könnten sie deutlich mehr in der EU blockieren.

Der ND hat eine eigene Stellungnahme zur Europawahl veröffentlicht.

30. Januar 2019
von Juergen Holtkamp
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Jürgen Becker über die Liebe

Wenn der Kabarettist Jürgen Becker nach Dülmen kommt und dann noch über die Liebe philosophiert, ist die Aula des Gymnasiums natürlich voll besetzt. Und ja, es sollte wieder einer jener Abende sein, die einfach Spass machen. Kultur kann durchaus zum Lachen anregen!

Dass Becker sein Handwerk versteht, zeigt er regelmäßig in den Mitternachtsspitzen im WDR Fernsehen. Vieles ist gar nicht mal so originell, doch in der Art und Weise wie er es vorträgt, dann doch einmalig.

Dass die die Parteien von links bis rechts ihr Fett wegbekommen versteht sich bei Becker von selbst. Dass er auch schon mal unter die Gürtellinie schlägt, gibt er selber zu, schließlich geht es bei seinem neuen Programm um die Liebe.

Besonders hat es ihm aktuell die CSU angetan!


Das Jürgen Becker nach Dülmen kommt und am Ende der Veranstaltung den Dülmenern ein „Wiedersehen“ eröffnet, kommt nicht von ungefähr. Denn in Sachen Kultur braucht sich Dülmen nicht verstecken. Danken sollten wir allen, die sich Jahr für Jahr kulturell engagieren. Und wer Jürgen Becker nicht gesehen hat oder ihn auch gar nicht so gerne hört, den verweise ich auf das breite Kulturangebot der Stadt Dülmen.


2. Januar 2019
von Juergen Holtkamp
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Danke! Clemens Leushake

Clemens Leushake
Clemens Leushake 2010 im Barbarahaus zur Vorstellung der Neugestaltung Overbergplatz

Das Baudezernat steht ja immer mal wieder in Kritik. Bauanträge würden nicht schnell genug bearbeitet und überhaupt: Die Bauverwaltung sei zu träge und würde die „Bauherren“ und „Bauherrinnen“ in Dülmen gängeln. Im Einzelfall wird das sicher nicht ganz falsch sein, aber so pauschal?

Das Baudezernat hat eine Fülle von Aufgaben zu bewältigen, das wird gerne verdrängt. Es ist eben leichter auf „die Behörde“ zu schimpfen und am besten noch, auf die Leitung an deren Spitze. „Der Stadtbaurat hätte dies und jenes und überhaupt…“

Die 1-Euro-Münze hat bekanntlich zwei Seiten. Und viele von uns neigen dazu, nur die eine Seite zu betrachten und vergessen dabei, dass es die andere auch gibt.

Seit 1994 stand Clemens Leushake als Technischer Beigeordneter an der Spitze des Baudezernates. War verantwortlich für den Umwelt- und Klimaschutz, die Stadtentwicklung, die Bauaufsicht und den Denkmalschutz. Vergessen wir nicht den Hochbau und das Gebäudemanagement. Da ist dann noch der Tiefbau, die Entsorgung und natürlich der Verkehr. Im Juli 2017 wurde er zudem zum Ersten Beigeordneten der Stadt Dülmen berufen. Das sind nicht nur jede Menge Aufgaben, sondern auch viele Stunden konzentrierte Arbeit. Und immer steht der Baudezernent in der Öffentlichkeit. Er darf sich keinen Fehler leisten und wenn doch, steht am nächsten Tag in der Zeitung oder im Internet.

Wer 1994 durch Dülmen ging und es mit 2018 vergleicht, traut seinen Augen nicht. Dülmen hat sich gewaltig verändert. Clemens Leushake war der Manager, der Statege und Visionär. Maßgeblich hat er die städebaulichen Entwicklungen, ob Intergeneratives Zentrum oder Overbergplatz, vorangetrieben und damit Dülmen zu einer lebenswerten Stadt im Münsterland mit geprägt.

Bei der letzten Bürgermeisterwahl trat er gegen Lisa Stremlau an, obwohl ihm sehr klar sein durfte, dass er diese Wahl nicht gewinnen wird. Er hat es für die CDU und für die Stadt Dülmen getan und dabei viel Häme und Prügel eingesteckt. Die Politik ist ein knallhartes Geschäft und es gibt nicht wenige, die nachtragend sind. Einen Einblick in sein Gefühltsleben gibt das Interview in der Dülmener Zeitung.

Clemens Leushake hat sich über viele Jahre für Dülmen eingesetzt. Ein einfaches Danke kann seine Leistung sicher nicht wiedergeben.

Es ist ein Anfang und sein Nachfolger kann sich glücklich schätzen, ein so gut bestelltes Dezernat übernehmen zu können.

Herzlichen Dank Clemens Leushake und alles Gute!



3. Oktober 2018
von Juergen Holtkamp
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Herzlichen Glückwunsch Stadtbücherei Dülmen

60 Jahre sind eine lange Zeit, in denen sich viel in unserer Gesellschaft verändert hat, so auch das Leseverhalten und Medienverhalten der Menschen in Dülmen.

Wie wichtig Lesen ist, zeigen die vielen Untersuchungen der letzten Jahre. Wer liest, bildet sich weiter. Ohne Lesen kein beruflicher Erfolg.

Nicht ganz fünf Millionen Deutsche können nur einzelne, kurze Sätze lesen und schreiben. Zwei Millionen Deutsche können gerade mal einzelne Wörter lesen und ca. 300 000 Menschen können gar nicht lesen.

Für ein so wohlhabendes Land wie Deutschland ist das ein Skandal, wenn so viele Menschen nicht richtig lesen und schreiben können. Denn sie sind von vielen Vorzügen unserer Gesellschaft ausgeschlossen, gesellschaftliche Teilhabe wird ihnen verwehrt.

Die Zahl wäre vermutlich noch deutlich höher, gäbe es nicht die Stadtbüchereien. Mit schmalem Budget müssen sie auskommen und leisten einen unschätzbaren Wert.

Die Stadtbücherei inspieriert, bietet Leseecken, Ecken zum Stöbern und alle, die in einer Stadtbücherei mal waren, kennen es. Wie ein Sog reisst es einen mit, man stößt  auf viele interessante Themen. Ob Thriller, Roman, Kochbuch, Bauanleitung und Wissenschaft, zu allen denkbaren Themen gibt es reichlich Material in der Stadtbücherei.

Dass die Stadtbücherei mit der Zeit geht, zeigen die Möglichkeiten der Onlineausgabe und die vielen anderen Medien von den Hörbüchern bis hin zur DVD.

Gäbe es die Bücherei nicht, sie müsste schleunigst erfunden werden. Wer in Kitas und Schulen investiert darf die Stadtbücherei nicht vergessen. Sie wird gerade in Zeiten des digitalen Wandels immer wichtiger, wenn Kinder schon früh an Bücher herangeführt werden.

Denn bei aller Euphorie für das Internet! Die Stadtbücherei unterstützt und hilft im Mediendschungel.

Damit die Stadtbücherei auch zukünftig diesen Auftrag wahrnehmen kann, braucht es neben den Medien, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unterstützen, Tipps geben und so helfen, was Kinder, Jugendliche und Erwachsene lesen sollten!

Herzlichen Glückwünsch liebe Stadtbücherei Dülmen. Auf weitere 60 Jahre!!!

Link zur Stadtbücherei Dülmen.

 

10. April 2018
von Juergen Holtkamp
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Neuordnung des Bahnhof – der Klimaschutz macht es möglich?

Die ersten Vorüberlegungen zur Bahnhofsneugestaltung

Die Sonne strahlte über dem CBG in Dülmen und in der Tat gab es in der Aula an diesem 10. April viele lachende Gesichter. Bürgermeisterin Stremlau und Clemens Leushake konnten Zuversicht ausstrahlen.

„Was hat der Klimaschutz mit dem Bahnhof zu tun“? Ganz viel, erklärten beide. In Sachen Klimaschutz muss sich die Stadt nicht verstecken, hatte sie doch bereits einen Preis dazu erhalten. Ein gut gestalteter Bahnhof, der die verschiedenen Verkehrsmittel verbindet, trägt eben sehr zum Klimaschutz bei.

Kommt es so, wie die Stadt plant, würde der kostenintensive Neubau mit genügend Parkplätzen und vermutlich einer weiteren Brücke für die Radfahrer durch das Land mitfinanziert.

Die Pläne waren durchaus beeindruckend. Allerdings, so betonte das mit der Planung beauftragte Architekturbüro, stehe man noch ganz am Anfang.

So diente die Veranstlatungen auch dem Austausch untereinander. Die Bürgerinnen und Bürger wurden eingeladen, ihre eigenen Ideen einzubringen. Denn die Pendler, die jeden Tag mit der Bahn fahren, wissen am besten, was es zu verbessern gilt.

Soviel ist bereits klar, die Anzahl der Parkplätze muss erhöht werden und zwar auf beiden Seiten des Bahnhofs. Ebenso würde die jeztige Buszufahrt auf den unteren Vorplatz verlegt, was auch sinnnvoll ist, damit die Busse nicht mehr durch das anliegende Wohngebiet fahren müssen.

Ein spannender Abend, dem sicher weitere folgen und Dülmenblog eröffnet nun die Diskussion hier:

Worauf sollten die Planer bei der Neuausrichtung des Bahnhofs achten!

29. Januar 2018
von Juergen Holtkamp
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Fake News oder wie die Gesellschaft manipuliert wird

Soziales Seminar 2018 zum Thema Fake News

Der zweite Abend des diesjährigen sozialen Seminars war wieder sehr gut besucht. Knapp 90 Teilnehmer kamen ins evangelische Gemeindezentrum am Königswall. Unter dem Motto „Die halbe Wahrheit ist meistens die ganze Lüge“ stehen die drei Abende des diesjährigen sozialen Seminar.

Beim zweiten Abend in der Themenreihe ging es um „Manipulierte Gesellschaft? Der Einfluss von Fake-News auf öffentliche politische Diskurse“

Svenja Boberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft in Münster machte es sehr anschaulich.

Zunächst klärte sie auf, was Fake News eigentlich sind. 2016 kommt der Begriff von Donald Trump in die Medien. Angela Merkel wird ebenso Opfer von Fake News wie der Fußballer Lukas Podolski.

Falschmeldungen hat es immer gegeben, schon vor dem Internetzeitalter. Ob Neue Revue oder Postillion (Satire ), Zeitungsenten zum 1. April, Unwahrheiten und Verdrehung von Tatsachen sind keine Erfindung des digitalen Zeitalters.

Neu ist wohl eher, dass der Begriff zur Propaganda und als Kampfbegriff („Ich habe recht, alle anderen haben unrecht“!) verwendet wird.

Die Referentin spricht daher lieber von „Online Desinformation“ als von Fake News.

Besonders perfide sind sogenannte Social Bots, soziale Roboter, die so tun als seien Sie Menschen. Diese kann man für wenig Geld im Internet kaufen. Sie verbreiten schnelle viele Botschaften im Netz. Bots können Inhalte weiterleiten und Accounts verwalten. Sie können chatten und sie eignen sich hervorragend für Fake News. Desinformation ist denn auch eines der größten Probleme im Netz.

In Deutschland ist das Spektrum der Desinformation (noch) nicht so ausgeprägt. Das hängt vor allem mit den vielen guten Qualitätszeitungen zusammen.

Verbreitet werden die Desinformationen in Blogs, Foren, sozialen Medien wie Facebook und WhattsApp.

Um sich dagegen zu wehren, müssen die User Methoden zum kritischen Umgang mit den Informationen an die Hand gegeben werden. Und, so die Referentin, Desinformationen hat einen Effekt, sorgt eher für Verstärkungen! So kann Desorganisation zu Wut führen.

Die technischen Lösungen sind noch nicht sehr effektiv, arbeiten aber immerhin immer noch besser als der Mensch selber.

Was kann jeder von uns tun? Boberg gibt zum Schluss einige Tipps.

Journalistische Qualität überzeugt durch die Trennung von Meinung und Nachricht und bezieht verschiedene Argumente mit ein, hinterlegt diese mit Quellen. Seriöse Meldungen stellen verschiedene Perspektive auf das Thema dar. Der Tipp lautet daher auch, eine gesunde Skepsis bei der Mediennutzung an den Tag legen. Wer hat es geschrieben? Wie wurde es geschrieben? Warum wurde es geschrieben?

Hilfreich sind Hoaxmap.org  oder Tagesschau faktenfinder.

„Kein Grund in Panik zu verfallen“, so das Schlusswort der Referentin.

Ein Abend, der viele Teilnehmer durchaus nachdenklich zurücklässt und motiviert, genauer bei Meldungen und Nachrichten im Internet hinzuschauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von meinem iPhone gesendet

17. Januar 2018
von Juergen Holtkamp
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Ehrenamtspreis 2017 der Stadt Dülmen

Viele waren zum Neujahrsempfang der Stadt gekommen

Eine strahlende Bürgermeisterin konnte in der sehr gut besuchten Aula des Gymnasiums viele Dülmener begrüßen. Gekommen waren Sie, um zu hören und zu sehen, wer den Ehrenamtspreis 2017 erhalten würden. In drei Kategorien wurde er vergeben, als Einzelperson, Gruppe und „Nachwuchs“.

Auf der Seite der Stadt Dülmen werden die Preisträger vorgestellt. Ohne zu pathetisch wirken zu wollen, war es eine sehr gelungene Veranstaltung zu Beginn des Jahres. Entsprechend ausgelassen war die Stimmung der Gäste, auch die Rede von Bürgermeisterin Stremlau war dazu angetan.

Eine Stadt wie Dülmen kann eben auf viele Ehrenamtliche bauen, ob in der Hospizbewegung, der Feuerwehr, im Sportverein oder oder…

Das ist ein echter Schatz für Dülmen!

 

17. September 2017
von Juergen Holtkamp
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Sekundarschule abgewählt: und nun?

Bürgerentscheid in Dülmen

Auch ohne Alkohol kann man einen Kater bekommen, so geschehen vor einigen Tagen, als mit großer Mehrheit die Bürgerinnen und Bürger gegen die Sekundarschule stimmten. Den Kater hatten alle, die sich für die Sekundarschule in Dülmen aussprachen und der wird noch einige Zeit anhalten. Denn der Bürgerentscheid war sehr eindeutig (Zahlen). Damit bleibt es (vorläufig) beim dreigliedrigen Schulssystem in Dülmen.

Doch jene, die sich so freuten, sollten vorsichtig sein, denn die Probleme in der Bildungslandschaft Dülmen sind keineswegs gelöst. Ganz im Gegenteil: Kommt nun womöglich eine Gesamtschule? Wenn die Anmeldezahlen der Hauptschule weiter sinken, kann diese so nicht bestehen bleiben. Es ist aber offensichtlich, dass viele Dülmener ihr Kind lieber auf die Realschule oder das Gymnasium schicken. Da kann und wird die Hauptschule schnell zu einer „Restschule“.

Der „Wahlkampf“ um die Sekundarschule in Dülmen wurde mit mehr Emotionalität als der Bundestagswahlkampf geführt. Nun wird es Zeit, wieder sachlich zu werden. Die Sekundarschule ist längst nicht so schlecht, wie jene sie in den letzten Wochen darstellten, die sie verhinderten.

So wichtig der elterliche Wille ist, so wichtig ist es, allen Kindern beste Bildungschacen in Dülmen zu ermöglichen.

Alle Kinder sollten gleich gute Rahmenbedingungen erhalten. Und mit alle Kinder sind auch alle Kinder gemeint. Das bedeutet, wir müssen mehr für Inklusion tun.

Der Begriff meint, dass niemand ausgegrenzt wird, weil er einen anderen Glauben, eine Benachteilugung oder eine andere Muttersprache hat. So steht es sinngemäß in der UN-Kinderrechtskonvention.

Barrieren wären abzubauen, damit das gelingt. Leider hinkt Deutschland hier noch ziemlich weit hinterher. Inklusion geht weiter als Integration. Es geht darum, jeden in seiner Unterschiedlichkeit gleichberechtigt teilhaben zu lassen, eben auch in unserem Bildungssystem.

Kinder sind unterschiedlich und das bereichert unsere Gesellschaft ja auch so. Vor diesem Hintergrund bekommt das gemeinsame Lernen eine ganz neue Dimension. Das Gegenteil davon wäre übrigens Ausgrenzung.

Damit Inklusion überhaupt möglich wird, muss sich in Dülmen noch einiges verändern. Im Index für Inklusion gibt es für Kindertageseinrichtungen und für Schulen eine Anregung, wie so ein Prozess gestaltet werden kann.

Hoffentlich haben viele diesen Index gelesen.