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Dülmen kann mehr

Tief enttäuscht – Gemeindeversammlung in Heilig-Kreuz

Gemeindeversammlung in Heilig Kreuz - "Großer Frust"Mehr als dreihundert Gemeindemitglieder waren der Einladung des Pfarrgemeinderates in Heilig Kreuz gefolgt, um sich über das Gespräch zwischen den kirchlichen Gremien in Dülmen und Weihbischof Geerlings zu informieren.

„Wir haben den Eindruck, dass uns die Bistumsleitung alles vorgibt“, eine Äußerung, die großen Applaus erhielt. Der Frust sitzt bei Hauptamtlichen wie Gemeindemitgliedern tief.

Der Vorschlag von Heilig Kreuz in Dülmen zwei Großgemeinden (Heilig Kreuz und St. Victor) einzurichten, wurde von der Bistumsleitung abgelehnt. Und so war die Stimmung in der Heilig-Kreuz Kirche aufgeheizt, trotz der kühlen Umgebung. „Wir bekommen etwas gesagt, ohne die Grundlagen zu wissen“, führte Dr. Zita Moschner vom Pfarrgemeinderat in die Veranstaltung ein.

Nach dem Verlesen der Pressemitteilung des Bistums Münster herrschte Ratlosigkeit. Der Vorschlag sei wenig erhellend, meinte Heinz Wansing und sprach damit wohl vielen aus dem Herzen. „Man hätte gut mit drei Gemeinden leben können.“ Doch eine Lösung mit drei Gemeinden wird es nicht geben und so zeichnet sich in wenigen Jahren eine Stadtpfarrei mit knapp 25.000 Katholiken ab. Das Bistum glaubt, dass städtische Gemeinden leichter zu einander finden, als ländliche, so die Begründung, die bei den Anwesenden heftiges Kopfschütteln hervorrief.

Günter Scholz warf dem Bistum Münster Konzeptionslosigkeit vor. „Entschieden wird oben, aber ein pastorales Konzept gibt es nicht.“ Lauter Applaus zeigte, wie sehr Scholz die Meinung der Anwesenden zum Ausdruck brachte. „Es werden neue Strukturen geschaffen, ohne dass ein pastorales Gesamtkonzept erkennbar sei“, meinte Scholz. Pikant dürfte sein, dass es ein pastorales Gemeindekonzept wirklich nicht gibt. Es soll wohl gerade in Münster erarbeitet werden.

Mehr als dreihundert Gemeindemitglieder kamen zur Gemeindeversammlung

Georg Winkler stellt praktische Überlegungen an. Wenn es künftig nur noch einen Pfarrgemeinderat und einen Kirchenvorstand für die XXL-Gemeinde gibt. Wie soll eine Pfarrgemeinde unter diesen Bedingungen ein eigenständiges Profil erarbeiten?

Nach Aussage des Bistums gibt es einen Kirchenvorstand und Unterabteilungen hinsichtlich der Finanzzuweisungen.

„Ich finde es schlimm, wie mit uns umgegangen wird. So geht es eigentlich nicht“, formulierte Werner Bolle seinen Ärger. Der Anfang des Jahres erarbeitete Vorschlag wurde seiner Ansicht nach für den Papierkorb gemacht.

Enttäuscht zeigten sich auch die Hauptamtlichen, die sichtlich um die passenden Worte rangen. Christel Seibert fühlte sich „enttäuscht und ratlos.“ Sie warnte aber auch davor, nun eine „Revolte“ anzuzetteln, besser sei es, sich in die Großpfarrei einzubringen. Peter Nienhaus glaubte lange Zeit, dass durch den „Emmerick-Bonus“ das Bistum mit Heilig Kreuz anders verfahren würde. Er warnte ebenfalls vor vorschnellen Aktionen und eine breit angelegte Revolution gegen Münster, da diese nur „ die eigenen Kräfte verschleißen würde“.

Zwar wurde beim Gespräch mit dem Weihbischof auch die Frage nach dem Verbleib der Hauptamtlichen gestellt, doch darauf gab der Weihbischof keine Antwort. Das wird bei vielen Menschen aus Heilig-Kreuz große Sorgenfalten hervorrufen, zumal das pastorale Team in der Gemeinde sehr geschätzt wird.

Rufe nach einer gemeinsamen Aktion wurden in den Wortbeiträgen immer wieder laut. „Wenn wir zusammenhalten, können wir was erreichen“, eine von mehreren Aussagen. Immer wieder wurde nach Gründen gefragt, warum das Bistum diesen Weg vorgibt. Zita Moschner konnte nur darauf antworten, dass sie im Gespräch darauf keine Antwort erhielten.

Vereinbart wurde, dass in den Gottesdiensten die Gemeindemitglieder über die neuen Entwicklungen informiert werden. Auch wolle man die „eigene Ohnmacht zum Ausdruck bringen.“ Geplant sei, Stellwände aufzustellen, um den Gemeindemitgliedern die Möglichkeit zu geben, eigene Meinungen zu äußern. „Bitte schreiben Sie ihre Meinung an die Stellwände“, bat Zita Moschner eindringlich.

Peter Nienhaus ergriff zum Abschluss das Wort. Er sei froh, dass er diese Gemeinde als „seine Gemeinde“ nennen könne und das es „viele mündige Menschen in dieser Gemeinde gibt, die ihren Mund auftun.“ Er wies aber auch darauf hin, dass „Strukturen nicht alles sind. Ich bin dafür, den Protest laut und deutlich kundzutun“. Es gelte aber auch, die gemeindliche Fixierung auf den Priester abzubauen, denn nur so könne die Eigenverantwortung der Laien gestärkt werden. Vielleicht sei dies die große Chance der neuen Großgemeinde.

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