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Dülmen kann mehr

Innenstadtpläne ziehen sich…

Über einen vollen Marktplatz freuen sich nicht nur die Kaufleute

Über einen vollen Marktplatz freuen sich nicht nur die Kaufleute

Die Phrase „Was lange währt, wird gut“ hört man eigentlich eher selten von Politikern. Doch im Fall der Innenstadtentwicklung von Dülmen möchten wir Bürger es gerne glauben. Eigentlich sollten ja schon die Bagger längst angerollt sein, zumindest nach den ersten Planungen zur Innenstadtentwicklung.

Wir Dülmener wissen nun, es zieht sich. Laut Pressemeldung der Stadt Dülmen vom 7. Februar 2013 gibt es erst Mitte März eine öffentliche Veranstaltung zu den weiteren Plänen der Concepta.

Diese Meldung klingt auf den ersten Blick nicht besonders spektakulär. Doch bei genauerem Hinsehen und einer intensiven Beobachtung der vergangenen Monate zeigt sich, dass der Zeitplan der Verantwortlichen etwas zu optimistisch bewertet wurde. Man kann sicher einwenden, dass bei einem Projekt dieser Größe das Prinzip „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit“ gilt, dennoch darf sich der mündige Bürger fragen: Wieso dauert das so lange? Und warum gibt es auf diese Frage keine Antwort?

Das lässt Raum für Spekulationen. Da alle (Parteien, Verwaltung und die Concepta) an einem zügigen Projektablauf interessiert sein dürften, sind die Verzögerungen wohl nicht bei diesen selbst zu sehen.

Die „Achillesferse“ dieses Projektes ist wohl weder der Marktplatz noch der Overbergplatz, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit die Münsterstraße. Welcher Mieter kann dort angesiedelt werden und wenn das nicht gelingt, wie erklärt man das den anliegenden Geschäftsleuten? Umtreiben wird die Verantwortlichen auch, ob die Münsterstraße wirklich so bedeutend ist, dass man damit im Zweifelsfall das gesamte Projekt gefährden würde? Für die Geschäftsleute an der Münsterstraße wäre es ein herber Rückschlag, würde das KIK-Gebäude nicht oder nur halbherzig entwickelt.

Angesichts der bevorstehenden Wahlen erhöht sich der Druck auf die Verantwortlichen in der Politik, den Overbergplatz unbebaut zu lassen. Vieles wäre wohl denkbar, doch diesen Gesichtsverlust will keiner. Bliebe die Möglichkeit, den Bereich um das KIK-Gebäude eben etwas kleiner zu entwickeln, um so einen Minimalkonsens zu erreichen. Das wäre zwar für die Münsterstraße nachteilig, würde das gesamte Projekt wohl nicht gefährden.

Interessant wäre natürlich auch zu fragen, ob es überhaupt langfristig klug ist, das „Filetstück“ Overbergplatz zu verkaufen. Wurde auch eine Vermietung in Betracht gezogen?

Nur mal angenommen: Die Stadtgalerie würde nicht die Frequenz erbringen, wie dies für die Mieter notwendig wäre, was wird dann? Eine weitere interessante Frage: Haben die Verantwortlichen darüber nachgedacht, wie die Stadt Dülmen in zehn Jahren aussehen wird? Wurde der demografische Faktor, einer älter werdenden Bevölkerung mit berücksichtigt? Die sind kaufkräftig, brauchen aber am wenigsten eine Stadtgalerie, sondern möchten in Ruhe und ebenerdig einkaufen.

Spätestens seit dem Debakel des Berliner Flughafens und Stuttgart 21 sind die Bürger bei Großprojekten hellhörig geworden. Niemand wird so vermessen sein und die Innenstadtentwicklung in Dülmen mit dem Berliner Flughafen oder Stuttgart 21 zu vergleichen. Gleichwohl sollten wir alle gewarnt sein, wie schnell solche Projekte in der konkreten Umsetzung scheitern können. Die so wichtigen „Meilensteine“ bei Projekten, die über Gelingen oder Scheitern eines Projektes befinden, sind bislang den Dülmenern nicht bekannt gemacht worden. Im Projektmanagement kennzeichnen Meilensteine besondere Ereignisse. So gibt es in jedem Projekt einen Zeitpunkt oder ein Ereignis ab dem man das Projekt durchführen muss, weil es kein Zurück mehr gibt, obwohl das Projekt bereits gescheitert ist.

Aber noch ist ja Zeit!

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