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Dülmen kann mehr

Europa in Dülmen

Der Verband feiert dieses Jahr sein 100-Jähriges Bestehen. Rund 40 Teilnehmer aus den drei Gruppen in Dülmen wollten hören, was der Europapolitiker Pieper zu Europa zu sagen hatte.

Der Europawahlkampf geht in den Endspurt. In einer Woche wird ein neues Europaparlament gewählt. Zu diesem Anlass haben die drei Dülmener Gruppen des katholischen Verbandes ND-Christsein-Heute den Europapolitiker Dr. Pieper nach Dülmen in das Pfarrheim Heilig Kreuz eingeladen.

Und das sei vorweggenommen. Pieper wurde mit durchaus heiklen Fragen konfrontiert. Wie mit dem Populismus umgehen? Was tun gegen den erstarkten Nationalismus? Was müssen wir gegen den Klimawandel tun? Warum wird Europa von vielen schlecht geredet? Wie lässt sich das Verhältnis zu Russland beschreiben?
Wie für einen erfahrenen Politiprofi zu erwarten, wusste er auf alle Fragen eine Antwort, ob diese aber immer im Sinne der Zuhörer war, das war es sicher nicht.

Pieper erzählte, dass er über seinen persönlichen Glauben Anfang der 1990er Jahre in die Politik gekommen und mittlerweile fast fünfzehn Jahre im Parlament sei. Er selber bedauert, dass es zu wenig Quereinsteiger in der Politik gibt.
Warum viele eher schlecht über Europa reden, liegt einerseits an den großen Wahlkreisen und der Einstellung vieler Medien, Europa für alles, was nicht gut läuft, verantwortlich zu machen.
Die Finanzkrise hätte Deutchschland, so Pieper viel härter getroffen, hätten wir nicht den Euro. Auch für viele Unternehmen im Münsterland sei der Euro ein Segen und kurbele die Wirtschaft an.

Auf die Frage, wie es kommen konnte, dass Großbritannien aus der EU austritt, antwortet Pieper, dass der britische Boulevard kontinuierlich gegen Europa argumentiert. Wenn dann -wie in Deutschland auch zu beobachten- mehrheitlich Ältere als Jüngere zur Wahl gehen, führt dies zu solchen Entwicklungen. Bereits jetzt spürt Großbritannien die großen Nachteile und auch die Jugend merkt, was es bedeutet, wenn ein EU-Programm wie Erasmus nun so nicht mehr in Großbritannien umgesetzt werden kann.

Zur Flüchtlingskrise sagt Pieper, dass der „Webfehler Dublin sei“ und das das nun geändert wird. Durchaus selbstkritisch mahnte er an, dass die EU die Flüchtlingskrise unterschätzte. Als vorbildlich schätzt Pieter das Verhalten der Türkei nach der Flüchtlingskrise ein, die das Geld der EU in Schule und Integration einsetzt. Nur 10 Prozent der EU-Gelder erhält die türkische Verwaltung. Pieper selbst hat sich ein Bild von der Lage vor Ort gemacht.

Der Nationalismus sei ein zumenhmendes Problem. Angst haben viele Menschenin Euroa, auch for der zunehmenden Globalisierung, die sie nicht verstehen und so suchen nicht wenig Halt in nationalen Parolen. Piepers Sorge ist, dass die nationalen Populisten auf bis zu 35 Prozent der Stimmen im Europaparlament kommen könnten. Damit könnten sie deutlich mehr in der EU blockieren.

Der ND hat eine eigene Stellungnahme zur Europawahl veröffentlicht.

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