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Dülmen kann mehr

Ein Feuerwerk der Ideen für die Innenstadt

Gut besucht war die Alte Sparkasse in Dülmen. Die CDU Dülmen hatte zu einem Bürgergespräch zur Innenstadt eingeladen. Wie soll Dülmen im Jahr 2030 aussehen? Was müssen wir heute tun, damit wir auch 2030 in Dülmen einkaufen können? Bekanntlich müssen wir heute den Grundstein für spätere Erfolge legen.

Insofern sollten wir uns alle freuen, wenn die politischen Parteien in Dülmen sich hier und heute mit den Zukunftsfragen auseinandersetzen. Wünschenswert wäre, wenn sie dabei nicht im eigenen Saft schmoren, sondern sich Expertise holen, Bürgerinnen und Bürger aus Dülmen beteiligen ebenso wie die Unternehmen. Bei der Entwicklung der Innenstadt ist es klug, die Einzelhändler, die es in Dülmen ja noch gibt, mit einzubinden. Das hat die CDU getan. Ob die Einladenden im Vorfeld ahnten, welches Feuerwerk Bernd Homann entfachen würde, kann durchaus bezweifelt werden.

Seine Thesen waren ehrlich, authentisch und für manche sicher unbequem. Wenn er sagt „60 Jahre Konsum in der Innenstadt ist vorbei“, dann klingt das zunächst hart. Oder „Konsum findet auf dem Sofa statt“ und „Bedarf wird im Online-Handel abgedeckt“. Auf den ersten Blick klingt es so, als wenn die Innenstadt in Dülmen keine Zukunft mehr hätte. Doch dann würde man Bernd Homann missverstehen. Er verbreitete keinen Pessimismus. Klar die Lage ist nich einfach und doch gibt es viele engagierte Einzelhändler und jede Menge kreativer Geschäftsmodelle.

Eine vielfältige Gastronomie von gut bürgerlich bis zur Systemgastronomie, es gibt Handwerk und Manufaktur, wie bitter süß und viele andere. Dülmen hat eine vielfältige Kulturlandschaft, ob Dülmener Sommer oder den Dülmner Kulturkalender und vieles mehr. In der Innenstadt gibt es viele Dienstleister, Schuster, Schlüsseldienst, Versicherungen, Ärzten, Bildungsanbiete und nicht zuletzt das Intergenerative Zentrum. So schlecht wie manche die Innenstadt darstellen, ist diese nicht.

Und wie geht es nun weiter? Was können wir tun bzw. entwickeln?

Coworking Ansätze gibt es schon heute in Dülmen (z.B. Lüdinghauserstr. 29). Firmen, Agenturen, Startups teilen sich Räume, eine spannende Idee!

Das Modell des Teilens (Sharing) setzt sich immer mehr durch, warum nicht die Innenstadt dazu nutzen und sehr verwegen „300 Hochbeete wie in Berlin Wedding einrichten?

Wenn es immer weniger Einzelhändler in der Innenstadt in Dülmen perspektiv gibt, dann sollte das Kleingewerbe bevorzugt werden. Beispiele könnten sein, Schuster-Appartement, Porzellan-Haus, Bäcker-Ecke, Kürschner-Quartier und nicht zuletzt die freien Flächen als Wohnraum nutzen!

Doch es ging noch weiter. Bernd Homanns Vorschlag: Die Fläche von Schuh-Eck Reinermann bis Marktplatz kaufen und diesen Raum neu nutzen im Sinne einer neuen Altstadt mit einem Garten, der Begegnung möglich macht, durch Spielgeräte für Kinder und Sportfelder sowie Sitzmöglichkeiten. Teile dieses Raumes überdachen, um eine ganzjährige Nutzung zu ermöglichen.

Überhaupt: „Grundsolide reicht nicht, wir brauchen einen neuen Marktplatz“ so Bernd Homann.

Seine Forderungen war deutlich:

  • Gründung eines Zukunftsteams mit Entscheidungsspielraum (jedes Treffen eine Entscheidung)
  • Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft + Bestimmung Geschäftsführung
  • Konzept für Förderungen erarbeiten
  • Gründung einer Genossenschaft/Sharing-Modelle z.B. Hochbeete
  • Kauf von Immobilien in der Innenstadt
  • Erste Objekte mit Co Working Konzepten ausstatten
  • Einfach anfangen

Der Abend war innovativ und hatte auch etwas revolutionäres. Die Botschaft war deutlich, weniger reden und mehr (geplant) machen. Das kann uns in Dülmen nur guttun und niemand kann behaupten, die Dülmener Kauflandschaft sei träge und / oder würde sich gegen Veränderungen sperren.

Was wir brauchen sind Strukturen, die Veränderungen möglich machen, die Projektinitiativen unterstützen. Wir benötigen mehr Mut zum experimentieren, auch wenn wir im Vorfeld keine Machbarkeitsstudie über zwei Jahre erhoben haben. Womit wir bei der inneren Haltung wären, die Unsicherheit aushalten und Veränderungen zu lassen, die wir dann nicht mehr steuern können. Danke an Bernd Homann!

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