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Dülmen kann mehr

Katholische Verbände in der Krise

Kolping

Logo des Kolpingverbandes

Kolping und KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung) haben Tradition. Seit Jahrzehnten prägen Sie nicht nur mit Veranstaltungen und Aktionen – man denke nur an den Verkauf von Reibekuchen beim Dülmener Weihnachtsmarkt – das Erscheinungsbild der Stadt.

Sie sind wichtige Organisationen, in denen sich Menschen gesellschaftlich, politisch und kulturell engagieren. Was viele (jüngere) nicht wissen: Während der Kolpingverband vorwiegend Handwerker in seinen Reihen zählt und sich für deren Belange einsetzt, sprechen KAB´ler die Arbeiterschaft an, setzen sich primär für für gerechte Löhne, Tarifverträge oder sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse ein. Soweit das traditionellen Bild, wobei Verbandsvertreter vermutlich gleich einwänden, dass auch der Kolpingverban arbeitsmarktpolitische Forderungen entwickelt hat, um ein Beispiel herauszugreifen.

Die goldenen Zeiten beider Verbände liegen aber schon Jahrzehnte zurück. Der gesellschaftliche Wandel und der „katholische Geruch“ machen beiden Verbänden zu schaffen und führen zu einem immer größeren Mitgliederschwund. Doch kann dies nur ein Teil der Erklärungen für den Niedergang sein. Der andere liegt darin, nicht frühzeitig die „Zeichen der Zeit“ erkannt und entsprechend reagiert zu haben, das ist dann ein innerverbandliches Thema und Problem.

Doch geht es hier nicht so sehr darum, nun den Verbänden kluge Ratschläge zu geben.

Wenn sich ein Bezirksverband „vorläufig auflöst“, so verliert das Münsterland eine wichtige mahnende Stimme.

Dies ist ausgesprochen bedauerlich, denn die Themen, die beide Verbände seit Jahrzehnten einbringen bleiben wichtig. Beispiele? Die Integration von Langzeitarbeitslosen, gerechte Löhne, Bildungschancen für alle, geregelte Arbeitszeiten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Einforderung von moralischen Prinzipien in Beruf und Familie.

Sicher braucht es in den Verbänden manche Umstrukturierung und Neuorientierung, die wohl nur gelingen kann, wenn die Verbände sich weiterhin oder sogar ganz neu auf die Bedürfnisse und Interessen der Menschen einlassen. Das ist ein schwieriger Prozesses und doch nötiger denn je. Das können nicht viele Menschen und es mag einer der Gründe sein, warum die Verbände kleiner werden. Verzagen oder gar aufgeben sollten sie dennoch nicht.

Hier einige Links:

 

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