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Dülmen kann mehr

Podiumsdiskussion Sterbehilfe

Podiumsdiskussion zur Sterbehilfe der KMF

Podiumsdiskussion zur Sterbehilfe der KMF

Wenn an einem Montagabend in Dülmen mehr als 200 Menschen in das Dülmener Kolpinghaus kommen und es sich dabei um eine Podiumsdiskussion handelt, dann ist das für Dülmener Verhältnisse schon etwas besonderes. Wenn das auch noch von einem kleinen katholischen Verband initiiert wird und das Thema „Darf ich Ihnen beim Sterben helfen“ lautet, dann dürfen sich die Veranstalter wohl auf die Schulter klopfen und sich freuen. Dass die Veranstaltung nicht im Vorfeld in der Dülmener Zeitung bekanntgegeben wurden, zeigt wohl eher, wie wenig wichtig die örtliche Tageszeitung mittlerweile in Sachen Werbung in Dülmen geworden ist. Dass es viele Gründe gibt, dass eine Tageszeitung eine solche Veranstaltung medial begleitet, braucht hier wohl nicht weiter ausgebreitet werden.

Im kommenden Jahr wird in der ARD eine Dokumentation zur Sterbehilfe ausgestrahlt. Ein Fernsehteam war in Dülmen und Teile der Podiumsdiskussion aufgezeichnet. Auch dürfen sich die Veranstalter freuen, dass katholisch.de einen Bericht über die Veranstaltung gebracht hat. Die stellvertretenden Bürgermeisterin Annett Holtrup war ebenfalls anwesend und betonten, dass „die Podiumsdiskussion sehr gut war“.

Aber der Reihe nach. Wie bereits hier auf dem Blog berichtet, haben die drei Gruppen der KMF (Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen) eine Podiumsdiskussion zum Thema Sterbehilfe am Montag, 24. November 2014 durchgeführt.

Worum ging es: Sollen Ärzte den Wunsch eines Patienten zu Sterben, ernstnehmen und ihm nicht nur den Giftcocktail zusammenstellen, sondern ihnen diesen selber geben? Im Fachjargon heißt das „assistierter Suizid“. Das ärtzliche Selbstverständnis widerspricht dem: Ärzte sollen heilen und nicht den Tod bringen. Wie weit geht also die Autonomie des Patienten. Suizid steht nicht unter Strafe. Aber wie verhält es sicht, wenn er es nicht (mehr) kann? Dürfen dann nahe Angehörige oder Ärzte ihm assisitieren?

Eine schwierige Frage: Der Bundestag hat im November in erster Lesung über ein mögliches Gesetz debattiert, das womöglich 2015 verabschiedet wird.

Das Podium wurde von dülmenblog (Jürgen Holtkamp) moderiert. Eingeladen waren Prof. Simon aus Göttingen, der sich für den assistierten Suizid ausspricht und Privatdozent Dr. Spittler aus Dattele, der ebenfalls diese Position vertritt. Er hat Sterbenskranke in die Schweiz begleitet und Gutachten erstellt, damit diese aus dem Leben scheiden können. Eine andere Position vertraten Dr. Lothar Moschner (Palliativmediziner aus Dülmen) und Dr. Stefan Peitzmann (Klinikpfarrer an der UniKlinik Münster).

In zehnminütigen Statements konnte jeder seine Position darlegen und begründen. Anschließend wurden die mehr als 200 Teilnehmer in die Diskussion einbezogen. Diese war ausgesprochen sachlich und sehr intensiv.

Unterm Strich bleibt: Das Thema wird uns weiter begleiten. Es ist wichtig, dass über dieses Thema ein möglichst umfassende Meinungsbildung stattfindet. Hier auf dem Blog wird das Thema weiter verfolgt.

Hier geht es zur Bildergalerie: Heilig-Kreuz-Duelmen.de

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