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Dülmen kann mehr

Bürgermeisterin der Herzen – nicht ganz!

Lisa Stremlau Copyright: http://www.duelmen.de/fileadmin/user_upload/duelmen.de/bg/2014/lisa_stremlau/BM_Yad_Vashem.jpg

Ein politisches Sprichwort lautet: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Nach der Bürgermeisterwahl kehrt nun der politische Alltag zurück. Zunächst aber ist es gute politische Tradition den Wahlsieg oder die Wahlniederlage zu analysieren. Beim Wahlsieg geht das schnell, vor allem bei 71,2 Prozent, die Lisa Stremlau als Bürgermeisterin geholt hat. Damit konnte niemand rechnen. Groß war daher der Jubel bei der SPD und entsprechend groß das Jammern bei der CDU.

Traditionell liegt die politische Mehrheit in Dülmen bei der CDU, besonders in den Außenbezirken, in Rorup, Hausdülmen, Merfeld, Hiddingsel und Buldern. Selbst in den klassischen Hochburgen hat Lisa Stremlau ihren Konkurrenten vernichtend geschlagen. Eine solche politische Niederlage hat es in Dülmen so noch nicht gegeben und damit ist das politische Schicksal von Clemens Leushake wohl besiegelt. Jan Dirk Püttmann vorheriger Bürgermeister der CDU hat vor 5 Jahren gegen Lisa Stremlau knapp verloren, in den CDU Hochburgen konnte er seine Wähler mobilisieren.

Die Niederlage von Clemens Leushake mag sich schon früh abgezeichnet haben, die historische Höhe jedoch nicht. Sicher, Lisa Stremlau ist in der Bevölkerung beliebt, aber wer nun in der CDU meint, sie sei nur wegen ihres Lächelns oder ihres roten Lippenstiftes, ihrer moderierenden Art oder durch ihren „Amtsbonus“ gewählt worden, der verschleiert die wahren Gründe. Weil damit eben nicht erklärt werden kann, warum Lisa Stremlau 71,2 Prozent und der Herausforderer Clemens Leushake 28,8 Prozent erhalten hat. Ein Unterschied von 42,2 Prozent lässt sich nicht mit einem Lächelen erklären und auch nicht mit dem Amtsbonus.

Die Ursachen sind gravierender, denn große Teil innerhalb der CDU haben ihren eigenen Kandidaten nicht gewählt. Zur Ursachenforschung gehört es auch, dass die Verantwortlichen die Verantwortung für diese Niederlage übernehmen. Und da wird sich zunächst die Fraktion und der Ortsverband in der CDU fragen müssen, warum wurde der eigene Kandidat nicht gewählt. Was haben wir falsch gemacht?

Clemens Leushake konnte seine „Themen“ nicht platzieren, das lag daran, dass er eng mit Lisa Stremlau zusammenarbeit und sich beide für dieselben Projekte wie die Innenstadt oder das Intergenerative Zentrum einsetzen. Da gab es keine Möglichkeit für Leushake eigene Aktzente zu setzen und die Bürgermeisterin aus der Reserve zu locken. Das Bauamt, dem Clemens Leushake vorsteht, hat es bei den Bürgern nicht leicht. Es prüft und verwirft Bauanträge, was zur Rolle des Bauamtes gehört, das förderte aber nicht unbedingt die Chancen des Kandidaten. Das mögen zwei von vielen Gründen für die Niederlage gewesen sein. Aufgabe der Verantwortlichen in der CDU ist es nun, die anderen Gründe zu finden und diese auch offen zu nennen. Falsch wäre es, nun zur Tagesordnung zu gehen und so weitermachen, als wäre nichts geschehen.

Das Spiel geht nun von vorne los. Die SPD und die CDU werden in fünf Jahren einen neuen Kandidaten eine nue Kandidatin küren: Lisa Stremlau wird nicht noch einmal antreten. Das kann man durchaus als Chance für die CDU sehen. Allerdings bleibt die Frage: Was ist das Profil der CDU in Dülmen? Wer soll soll die Partei künftig führen? Es bleibt spannend!

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