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Dülmen kann mehr

Klare Niederlage für Clemens Leushake

Eigentlich dürfte es niemanden überrascht haben, dass Lisa Stremlau die Wahl zur Bürgermeisterin gewinnt. Überraschend war die Höhe Ihres Wahlsieges mit über 70 Prozent. Wie konnte es dazu kommen, zumal die CDU bei der letzten Wahl doch die Mehrheit gewann?

Wenn der CDU Herausforderer Clemens Leushake, immerhin Stadtbaurat in Dülmen und damit vielen Bürgerinnen bekannt, eine so deutliche Niederlage einfährt, kann das nicht nur am Kandidaten gelegen haben. 

Innerhalb der CDU hat es eben viele gegeben, die Leushake nicht wählten. Ein Kandidat, den die eigene Partei die Gefolgschaft verwehrt, viel schlimmer kann es nicht kommen. 

Gehen wir auf Spurensuche: Das Bauamt, dem Clemens Leushake vorsteht, gehört nicht zu den beliebtesten Ämtern in Dülmen. Das liegt in der Sache selbst begründet, denn ein Bauamt kann es nicht allen Bauherren recht machen. Doch kann das nicht diese historische Niederlage allein begründen. 

Clemens Leushake wusste um seine schwierige Situation. Er versuchte daher mit kreativen Mitteln, die Bürger auf sich aufmerksam zu machen, z. B. durch Kinospots. Allerdings muss das Medium auch zum Kandidaten passen, jedenfalls haben die Kinospots ihre Wirkung verfehlt. Allein die starke Präsenz auf Tafeln und Schildern bringen keine Wählerstimmen, auch das hat uns dieser Wahlkampf gezeigt.

Sind es also die Themen und Inhalte, die den Unterschied machen? Vieles spricht dafür, denn die Bürgermeisterin wie der Herausforderer vertreten bei vielen Themen gleiche Positionen. Das macht es für den Herausforderer immer schwerer.

Damit wird aber auch deutlich, dass es Clemens Leushake nicht gelungen ist, eigene Themen im Wahlkampf zu platzierne. Ob Innenstadt, Intergeneratives Zentrum oder Flüchtlinge, er konnte die amtierende Bürgermeisterin nicht unter Druck setzen. Auch in der Ausstrahlung konnte er Lisa Stremlau nicht das Wasser reichen. 

Vieles davon war eigentlich vor dem Wahlkampf bekannt, warum hat die CDU es dann soweit kommen lassen?

Damit sind wir bei jenen, die den Kandidaten parteiintern auswählten. Und hier offenbaren sich einige Fehleinschätzungen, denn hier wurde ein Kandidat im wahrsten Sinne des Wortes „vebrannt“. Denn mit diesem Wahlergebnis wird Clemens Leushake schwerlich bei der nächsten Wahl antreten können. 

Die Verantwortllichen in der CDU sollten sich selbstkritisch fragen, wo sie Fehler begangen haben. Das Ergebnis dieser Bürgermeisterwahl darf man nicht nur dem Kandidaten anlasten, das ganze Team hat versagt. Warum nimmt man einen Kandidaten, bei dem von vornherein klar ist, dass er inhaltlich nah bei der Bürgermeisterin sein wird. Warum hat man nicht nach neuen Gesichtern gesucht? Fehlte es etwa an geeigneten Bewerbern? Andere gehen kreative Wege und schreiben die Stelle aus? Die Verantwortlichen selbst werden sich wohl erklären müssen. Es wird interassant sein, welche Gründe sie vorbringen. Ob sie wohl eigene Fehler eingestehen?

Bleibt zum Schluss die Frage, welche Lehren  die Verantwortlichen daraus ziehen? Vielleicht diese: Die CDU in Dülmen muss sich neu erfinden, um neue Leute anzuziehen. Keine leichte Aufgabe, aber immerhin bleiben ja nun einige Jahre Zeit!

Freuen darf sich die alte und neue Bürgermeisterin: Herzlichen Glückwunsche Frau Stremlau von duelmenblog.

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